Samstag, 14. Oktober 2017

Fotos: Dôjô "Hôben-an"





Die Kaligrafie neben dem Tan (links) ist von Mûho, dem Abt des Antaiji:
"Öffne den Vorhang und du wirst die Berge jenseits des Fensters sehen!"

Dôjô Hôben-an


Hôben-an bedeutet übersetzt etwa „Klause der Geschicklichkeit“ oder „Einsiedelei der Geschickten Mittel“.
Der Begriff „Hôben“ (japanisch, der Sanskrit-Begriff ist „Upaya“) ist nicht nur der Titel des zweiten Kapitels des Lotos-Sutras, eines der bedeutendsten Sutras des Mahayana-Buddhismus, sondern er bedeutet auch das Wirken des Buddha in nicht ganz so offensichtlicher Form: Nicht (nur) durch Belehrungen und Anleitungen, sondern auch durch Gleichnisse, Beispiele und Metaphern, zuweilen unterschwellig oder gar verdeckt.
An“ wird in Japan eine Einsiedelei oder Klause, oder auch ein kleiner Tempel genannt, wobei der Name meist unverändert bestehen bleibt, auch wenn aus der kleinen Klause irgendwann ein großes Kloster wird.
Das „Dôjô“ ist ein Ort der Praxis, manchmal auch schlicht mit „Übungsort“ übersetzt.

Der Hôben-an soll als Ort der buddhistischen Praxis verstanden werden, wobei die Teilnahme an den Veranstaltungen natürlich allen offen steht, unabhängig vom religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis oder der Weltsicht der Interessierten.

Obwohl Zazen in der Form der Sôtô-Tradition geübt wird, gehört der Hôben-an keiner bestimmten buddhistischen Richtung oder Organisation an, sondern ist als Übungsort des Ekayana, des Einen Fahrzeugs, zu verstehen. 


Zeugnisse vom WEG

Unter dieser Überschrift wird monatlich das Foto eines der vielen buddhistischen Tempel und Klöster präsentiert, welche ich während meiner Reisen besuchen durfte. Dem Foto wird jeweils ein dazu passender "Spruch des Monats" beigestellt. Foto und Spruch werden zu Beginn des neuen Monats ausgetauscht werden.

Foto und Spruch 12/2018:




Hieisan Enryakuji nahe Kyoto (Japan 2009)
[Das Hauptkloster der Tendai Shû wurde 788 von dem Ordensgründer Dengyô Daishi Saichô gegründet. Nur wenige Generationen von Dharmanachfolgern nach Saichô spaltete sich der Orden erstmals mit dem Enryakuji als Haupttempel der Tendai Shû Sanmon-ha und dem Mii-dera am Fuß des Berges als Haupttempel der Tendai Shû Jimon-ha. Die beiden mächtigen Klöster auf und am Berg Hiei waren die Ausbildungsstätten der meisten bekannten Schulgründer des japanischen Buddhismus: Hônen Shonin (Jôdo Shû), Eisai Zenji (Rinazi Shû), Shinran Shonin (Jôdo Shinshû), Dôgen Zenji (Sôtô Shû) und Nichiren Shonin (Nichiren-Schulen).
1571 verbrannte der Shogunatsanwärter Obu Nobunaga einen Großteil der Klosteranlagen des Mount Hiei. Die heutigen Gebäude wurden von den Shogunen Hideyoshi und Ieyasu wieder aufgebaut und werden ständig restauriert.]


"Tue Gutes, vermeide es Böses zu tun und zähme deinen Geist."


[Buddha Siddhartha Gautama Shakyamuni, 
aus dem "Dhammapada"]